
Radwege -
Geldverschwendung?
Ein Versuch, über den Tellerrand der Gemeindegrenze hinauszusehen.
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Wir alle wünschen uns weniger Autoverkehr auf unseren Straßen.
Nach Aussage der Stadtgemeinde ist das Verkehrsaufkommen in Bad Vöslau zu 80% hausgemacht:
- Morgens: Kinder zur Schule/Kindergarten bringen. Anschließend Fahrt zur Arbeit.
- Vormittags: Einkaufs- und Vergnügungsfahrten.
- Mittags: Kinder von der Schule abholen.
- Abends: Rückkehr von der Arbeit; Stress, Stau, Aggression. Einem gemütlichen,
liebevollen Abend in der Familie steht danach nichts mehr im Wege. (?)
Was hat das jetzt mit Radwegen zu tun? Kann man damit etwas verbessern? Radwege kosten die Gemeinde viel von (unserem) Geld – ist das gut investiert?
- Wer ist bereit, seine Kinder per Fahrrad in die Schule zu begleiten?
- Wer fährt mit dem Rad zum Supermarkt – wie transportiert man eine große Einkaufstasche mit oft schwerem oder sperrigen Inhalt?
- Hat ein Pendler Lust, nach einem anstrengenden Arbeitstag und womöglich bei nassem, kaltem Wetter, im Winter oft im Dunklen, mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren?
- Die Lust vergeht vollends, wenn man sich dabei zusätzlich noch Gefahren aussetzt: besonders in den Stoßzeiten, zu denen alle genervt sind, passieren die meisten Unfälle.
Gegen das Wetter hilft bekanntlich nur entsprechende Bekleidung. Aber:
Ein gutdurchdachtes, sicheres Radwegenetz kann zumindest die Gefahren reduzieren!
Sport- und Freizeitradler, Radtouristen fahren Rad, weil sie einfach Spaß daran haben - und das ist gut so.
Aber es gibt Menschen, die trotzdem vieles mit dem Rad erledigen: sie fahren zur Arbeit, zu Einkäufen, zur Post, zur Bank, zu Behörden, zu Verabredungen und unzähligen anderen Anlässen.
Hier geht es um diese Menschen und darum, dass es für möglichst viele andere auch attraktiv wird, ein Fahrrad zu benützen.
In unserer Stadtgemeinde hat man sich bemüht, dieser Attraktivität näher zu kommen. Es gibt mehr - aber auch weniger geglückte Versuche.
Die Wiener Neustädterstraße ist gelinde gesagt, kein Aushängeschild. Hier wurde einfach Bockmist gebaut.
Der Fußgänger ist Freiwild für Radfahrer, die entgegen der Fahrtrichtung fahren und auch sich selbst durch den Querverkehr und Fahrbahnwechsel in Gefahr bringen.
Glücklicherweise wird dieser holprige "Radweg" ohnehin kaum von den Radfahrern angenommen – sie fahren meist weiterhin auf der Fahrbahn. Eine gefährliche „Lösung“!
Fehler sind menschlich. Man sollte nur die Größe haben, sie zuzugeben und vor allem: zu verbessern.
Radwege sollten möglichst abseits der Hauptverkehrswege und dennoch den praktischen Bedürfnissen entsprechend, angelegt werden. Unmöglich? - Nein! - Der Radfahrer will wichtige Ziele 1) auf kurzem Weg 2) möglichst sicher erreichen.
Dabei hat er durchaus Vorteile: keine Parkplatzprobleme - schnell und flexibel - er hält sich fit - er spart Sprit.
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Was sind „wichtige Ziele“ ?
- der Bahnhof,
- Schulen und Kindergärten,
- öffentliche Einrichtungen,
- Geschäfte für den täglichen Bedarf.
- Zugang zu Freizeitwegen (z.B. Wr. Neustädter-Kanal
- nicht zuletzt: die Verbindung zu den Nachbar-Gemeinden:
Baden - unsere Bezirkshauptstadt
mit wichtigen Behörden wie Bezirkshauptmannschaft, Krankenhaus, Gebietskrankenkasse, Finanzamt, Bezirksgericht usw. ist mit 2 km von Bad Vöslau mehr nahe als entfernt.
Der „Radweg“ dorthin gleicht einer Schottergrube und ist gespickt mit Verkehrsfallen. Eine Einladung zum Radfahren? Nur für Kamikatse Flieger!
Kottingbrunn - fremdgewordener, unmittelbarer Nachbar.
Bundesbahn und Autobahn haben die Gemeindegebiete auseinandergerissen und auf heute nicht mehr praxisgerechte Art geteilt. Der gewaltige Verkehrsstrang Südbahn und Autobahn trennt uns fast schon wie eine EU-Außengrenze. Cis- Autobahnien und Trans-Autobahnien.
Glücklicherweise bekennen sich beide zum Schengen-Abkommen.
Wie auch immer: in Kottingbrunn gibt es einen Radweg entlang der dortigen Badner Straße die in die Nähe des Gemeindezentrums führt.
In Bad Vöslau gibt es den „Merkenstein-Radweg“ der in die Nähe des Bahnhofs Bad Vöslau führt.
Auf einer Länge von sechshundert Meter, entlang der Schallschutzwand der Autobahn, im Grüngebiet und abseits der mörderisch gewordenen (Vöslauer) Wr. Neustädterstraße bietet sich eine kürzeste Verbindung an:
Vom Sportplatz Bad Vöslau zum Kreisverkehr Kottingbrunn und damit direktem Anschluß an den Radweg in Kottingbrunn.
Das neue Einkaufszentrum beim Kreisverkehr könnte damit bestens erreicht werden.
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| Der Anfang des bestehenden Radweges beim Sportplatz Rohrwiese |
Die mögliche Trasse neben der Autobahn... |
...und die mögliche Einmündung bei der Unterführung beim Kreisverkehr |
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Es wäre ein Beispiel nachbarschaftlicher Zusammenarbeit, einen solchen Weg zu realisieren. (Er liegt auf Kottingbrunner Gemeindegebiet. Aber auch Bad Vöslau sollte großes Interesse daran haben)
Die Orte Kottingbrunn und Bad Vöslau waren jahrhundertelang innige Nachbarn; zuerst die Bahn und noch schlimmer dann die Autobahn rissen die Gemeinden auseinander. Die Ignoranz der einstmaligen Verkehrsplaner können wir nicht mehr rückgängig machen. Realität, mit der wir leben müssen.
Ich wohne in der „Kottingbrunnerstraße“ in Bad Vöslau. Bis zum Wasserschloß in Kottingbrunn waren es einst ein paar hundert Meter. Heute liegen Dämme und Abgründe und ein Kilometer Umweg dazwischen.
Das ist nicht gut. Mit sinnvoll angelegten Radwegen können wir dem Moloch Verkehr etwas leichter ausweichen.
Text und Fotos: Heinz Fragner
Auszug aus Stadtplan: www.badvoeslau.at
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