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Definition : Piratensender sind Hörfunksender die ohne Lizenz ausstrahlen, und aus diesen Gründen auch meist von außerhalb des Staatsgebietes ohne Genehmigung der Behörden senden.
Die Bezeichnung „Piratensender“ kommt daher, dass freie Sendefrequenzen ungefragt genutzt werden, oder auch von anderen, legalen Sendern benutzte Frequenzen „gekapert“ und mit dem eigenen Programm überlagert werden .
Piratensender waren in der Geschichte häufig „Seesender“, da sie sich in internationalen Gewässern den Zugriffen der Behörden entziehen konnten. Daher stammt auch der Begriff „Offshoreradio“.
Die Abstrahlung erfolgte im MW und KW Bereich,was ihnen eine große Reichweite verlieh.
Man kann drei Typen von Radiopiraten unterscheiden :
Die Politischen, denen es um die Verbreitung ihrer politischen Botschaft geht.
Die Kommerziellen, die Werbezeit verkaufen.
Die Technikfreaks, die fasziniert von der Technik sind, und die Möglichkeit genießen, zu senden.
Als Piratensender können auch Sender bezeichnet werden, die in dem Land, aus dem sie ausstrahlen, legal sind, aber in einem Nachbarland, wo sie ebenfalls empfangen werden können, von den Behörden missbilligt werden. Unterliegen Nachrichten und Informationen im Empfangsgebiet einer politischen oder religiös motivierten Zensur, kommt Piratensendern eine besondere Bedeutung zu. (Radio „Free Europe“)
Die ersten Piratensender entstanden um 1920 in Mexico ,von wo aus sie in englischer Sprache sendeten ,und durch Ihre starke Sendeleistung sehr weit zu empfangen waren.Die Ausrichtung war rein kommerziell !
In Europa entstanden Piratensender um 1960 in England,wo sie sich als Gegengewicht zur klassischen BBC
verstanden und vor allem junge Hörer bedienten (Rockmusik galt in der BBC als verpönt..)
Eine legale Zwischenform der Piratensender entwickelte sich für die selbe Zielgruppe in Europa,
3. RIAS Berlin (Radio im Amerikanischen Sektor) ebenfalls aus einem Soldatensender entstanden.
Als erster europäischer Piratensender nahm bereits im Jahr 1958 Radio Mercur den Sendebetrieb vor Dänemark auf, und zwar von einem ehemaligen deutschen Fischereischiff, Anschließend ging vor der niederländischen Küste Radio Veronica auf Sendung, gefolgt von Radio Nord vor Stockholm.
1970 kam es zur Gründung von RNI Radio Nordsee International
Am 22. Januar 1970 verließ die „Mebo 2“ den Hafen von Rotterdam und ankerte außerhalb der
Drei-Meilenzone vor der Küste von Noordwijk. Am 28. Februar 1970 startete mit der Erkennungsmelodie: "Man of Action" von Les Reed der offizielle Sendebetrieb in Deutsch und Englisch auf MW 1610 KHz und UKW, 102 MHz. RNI sendete 18 Stunden am Tag aktuelle Pop- und Rockmusik.
Dank des starken MW-Senders (105 kW) erreichte man nicht nur die ganzen Niederlande,Belgien. sondern weite Teile Nordwestdeutschlands und Südengland.
Im April 1970 begann die Labour-Regierung, die ebenfalls das „Anti-Pirate-Law“ unterzeichnet hatte, die Frequenzen von RNI massiv mit Störsendern zu belegen.
RNI unterstützte daraufhin die Konservativen im Wahlkampf. Die Tories gewannen die Wahl, aber die Störsender (Jamming) blieben und hörten erst auf, als die Mebo 2 im Juli 1970 wieder vor der holländischen Küste vor Scheveningen vor Anker ging. Es folgten Brandanschläge und mehrere Frequenzwechsel aufgrund von angeblichen Störmeldungen staatlicher Sender. 1974 wurde der Betrieb eingestellt!
Radio freies wendland
89,7 MHz
Info-Radio zum Castortransport 2008
Auch zum Castor 2008 geht radiofreieswendland auf Sendung. Mit spannenden Informationen zum Transportgeschehen, aktuellen live-Berichten über den Widerstand und vielem mehr sind wir wieder im Äther. Direkt von der Essowiese in Dannenberg übertragen wir nicht nur auf die UKW-Frequenzen von Radio Zusa, sondern auch zum freien Radio in Ihrer Nähe und als live-stream ins Internet.
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Radio Dreyecksland RDL
Entstanden ist RDL (gegr.1977) zwar aus der Anti AKW Bewegung aber das Themenspektrum weitete sich bald aus, u.a. auf besetzte Fabriken in Frankreich und in den 1980er Jahren auf den Häuserkampf in Freiburg. In den ersten Jahren seiner Existenz sendete RDL als Piratensender mit einer mobilen Sendeanlage, später von einem festen Studio aus Colmar (Frankreich). Ab dem 20. April 1985 kamen die Sendungen illegal direkt aus Freiburg, seit 1988 sendet das Radio legal auf der Frequenz 102,3 MHz aus seinem Freiburger Studio im selbst verwalteten Grethergelände.
Schon in der Pionierzeit von RDL als Piratensender war die Schwule Welle fester Programmbestandteil. Seit dem 24. November 1988 sendet sie jeden Donnerstag legal und gilt somit als die älteste aktive schwule Radiosendung.
Der Sender wird aus zwei Quellen finanziert: aus den Beiträgen der ca. 1500 Mitglieder des Freundeskreises und aus den staatlichen Rundfunkgebühren. 0,01 Prozent des Gebührenaufkommens in Baden-Württemberg werden von der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) an die neun im Lande sendenden freien, nicht kommerziellen Radios ausgezahlt – für RDL sind das ca. 51.000 Euro pro Jahr.
RADIOPIRATEN UND WELLENHEXEN
Der älteste politische Piratensender in der Schweiz waren die Wellenhexen (d'Wällehäxe), die ab 1976 im Raum Zürich Themen der Frauenbewegung wie Gleichheit der Geschlechter und Abtreibung thematisierten. Der damaligen PTT (Staatsbetrieb für Post und Telekommunikation) gelang es mit seinen Peilempfängern, einem Großaufgebot an Polizei und einem Hubschrauber letztlich nur einmal einen verlassenen Sender zu finden. Dort fand sich auch ein Flugblatt mit dem Text: „Wir brauchen keine Konzession und machen auch keine!“
Durch die Vergabe von Sendelizenzen seit Ende der 1980er Jahre an Privatradios und nicht kommerzielle Sender sind Piratenradios seltener geworden.
Es existieren noch deutsche Piratensender auf Kurzwelle, diese nutzen meistens stundenweise gemietete Sender in Ländern mit liberalerer Gesetzgebung.
So können beispielsweise bei einem Sender in Lettland bereits für 78.-Eur pro Stunde Sendezeiten gemietet werden. Durch die besonderen Eigenschaften der KW sind diese überall zu empfangen. Obwohl die Studios sich in Deutschland befinden, wird formal kein deutsches Recht verletzt.
Heute ist UKW-Radio nur noch eine von vielen Arten, Radio zu hören. Internetradio und Podcasting erlauben zeitunabhängiges Radio. Ganz anders präsentierte sich die Radiolandschaft Ende der 1970er Jahre: Damals verunsicherten «Piraten» und Schwarzsender den Äther. Sie machten sich die MW und UKW-Technik zu Eigen, brachten Bewegung in die im Kalten Krieg festgefahrene Kultur- und Medienpolitik und rüttelten am Monopol.
Die Liberalisierung von Medien und Kulturpolitik war eingeläutet.
Text und Photo : Franz Wittmann ,Mediaverband
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