MEDIAPORTAL.AT

 

HOME

HIGHLIGHTS

BAD_VÖSLAU

KONTAKT

Produkte: 0
0 €
 
 
 
Zukunftsradio
   Zukunftsradio
zurück zur Übersicht
   
 
Zukunftsradio


Infolink
   

 

Radio der Zukunft 

 

 
 
Die Grundstimmung zu diesem Thema schwankt zwischen fatalistischer Endzeitstimmung und dem Vertrauen in die Stärke dieses Mediums, dem in seiner Geschichte schon mehrmals der Untergang angekündigt wurde. Bekräftigt wurde die negative Tendenz durch das Fehlen eines Küchenradios in den Wohnungen meiner Kinder (25,26 Jahre), etwas was in meiner Generation (50+) eine Selbstverständlichkeit war (wie auch in den Küchen unserer Eltern). Angeschafft wurde weiteres ein Flatscreen TV Mediacenter ,aber keine Stereoanlage mit Radioteil wie sie noch der Stolz meiner Generation ist.

 

Die Frage drängt sich also auf; Gibt es eine Zukunft für das Radio und wie schaut sie aus.

Bei der Beantwortung sind sowohl programminhaltliche wie auch technische Aspekte zu berücksichtigen und in die Zukunftsvisionen mit einzubeziehen.

1. Technischer Aspekt

Vieles hat sich, beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit, auf technischem Gebiet bereits verändert (DAB), vieles ist vorbereitet wie die terrestrische Ausstrahlung des digitalen Hörfunks,digitale Endgeräte liegen ,wenn auch meistens unbeworben, bei den Händlern bereit. Ein Grund für das mangelnde Interesse am digitale Hörfunk liegt wohl in der guten Versorgungslage mit herkömmlichen analogen Radioempfang,der in weiten Teilen Österreichs sehr gut ist, Mit RDS (Radio Data System) kommen bereits schriftliche Informationen auf das Display des Radios ,wie Sendernamen,laufende Musiktitel,Verkehrsfunk, Wetter, alles was der digitale Rundfunk auch bieten würde.

Ein rauschfreier und kristallklarer Hörgenuss klassischer Musik im Wohnzimmer oder über Kopfhörer ist vielen Konsumenten anscheinend nicht so wichtig, als das dafür an die Anschaffung eines digitalen Endgeräts gedacht würde. Verwunderlich scheint auch die Unempfindlichkeit der Hörer gegen schlechten Autoradioempfang im gebirgigen Österreich etwas was viele immer wieder zur CD oder zum I-Pod ausweichen lässt.

Die Frequenzplanung für flächendeckende Ausstrahlung eines DAB-Netzes ist längst abgeschlossen ,jedoch fehlt das Interesse der Hörfunkveranstalter ihre Programme im DAB-Verfahren auszustrahlen. Lediglich im Großraum Wien und in Innsbruck werden derzeit die 4 Radioprogramme digital ausgestrahlt....leider weiß es aber fast niemand. In Deutschland seit den 80 Jahren sind bis zu 90 Sender digital empfangbar,die Zahl ist aber rückläufig,da auch staatliche Fördermittel gekürzt wurden.

Der zwischenzeitlich entwickelte Radioempfang über das Internet ist nur bedingt eine Alternative zum digitalen terrestrischen Hörfunk der Zukunft. Wie schon Fernsehen fesselt er den Zuhörer an das Empfangsgerät,in diesem Falle der Computer.Die Freiheit,neben dem Radio hören etwas anderes zu machen ist damit fast nicht gegeben.

2. Programm inhaltlicher Aspekt

In seiner relativ kurzen Geschichte musste sich das Radio schon mehrfach gegen Untergangsszenarien erfolgreich wehren. Vom nahezu Monopol Medium in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts musste sich das Radio Ende der der 50,Anfang der 60 Jahre gegen das rasch wachsende neue Medium Fernsehen durchsetzten.

Das Radio entwickelte sich daraufhin zum Tagesbegleitmedium ,das die Hörer durch die Kommunikationsarmen Zeiträume im Tagesablauf begleitete. Der letzte Angriff des Fernsehens auf diese Stellung war die Einführung des Frühstückfernsehens und die Ausstrahlung diverser Nachmittagsshows ,die die Zeit zwischen 06:00 – 09:00 und 14:00 -17:00 dem Radio streitig zu machen suchte. Damit wurde auch der steigenden Zahl an Single Haushalten Rechnung getragen die diese Dienste verstärkt in Anspruch nehmen.

Den Verlust an jugendlichen Hörern in den 70 Jahren wurde mit Gründung eigener 3.Programme Rechnung getragen .(Ö3,B3..)und damit Radio wieder "in ". Dem folgte Mitte der 80 Jahre die Gründung der ersten privat-kommerziellen Sendern,die verstärkt junge Hörer vor das Radio lockten. Mitte der 90 Jahre gingen die Hörerzahlen der Jugendlichen schon wieder zurück. MTV und andere private TV Stationen machten mit Musiksendungen dem Rundfunk die jungen Hörer streitig. Eine neue Chance kommt durch Komplementärmedien (MP-3 Player) und Hybridmedien (Mobiltelefon mit MP-3 Player)

Nach neuesten Untersuchungen (SWR) hören rund 30% der jugendlichen Radio übers Internet, 25% über MP3-Player oder Mobiltelefon mit Radioempfangsteil. Podcast wäre eine weiter Chance das Radio wieder stärker zu positionieren,doch verbietet die heutige Rechtslage,Musiksendungen online zu stellen. Meiner Meinung nach völlig antiquiert, betrachtet man die Musiktauschbörsen (Napster,Emule..) und ihre Wirkung auf die Musikindustie. Hier ist der Gesetzgeber gefordert den Urheberschutz neu zu definieren und somit Podcast als Ersatz für die Tauschbörsen interessant zu machen.

 
3. Perspektiven

Neueste Untersuchungen (abgewandte Hörerforschung) haben ergeben dass dass die Hörerbindung an das Radio ungebrochen stabil ist.In der sogenannten "Vermissensfrage" antworteten im Jahr 200 58% der befragten,sie würden das Radio sehr vermissen,2005 waren es immer noch 57%.

Dazu kommt das in der Hörergruppe 50+ die Bindung an das Medium ungleich stärker ist,nicht zuletzt weil die angebotenen Programme für diese Altersgruppe attraktiver geworden sind, Wir haben es mit einer vitalen,erlebnisorientierten und vielseitig interessierten Gruppe zu tun! Jüngere Hörer vermissen das Radio weniger weil sie auf bedeutend mehr zusätzliche Medienangebote zurückgreifen.

Radio bleibt somit ein massenattrtaktives Medium das mit entsprechenden Programmen alle Altersklassen bedienen kann.Musikkompetenz als Kernkompetenz muss weiterhin im Vordergrund stehen um jüngeren Hörer an das Medium zu binden. Neue Technologien wie Radio on Demand wären durchaus wünschenswert um die Zeitunabhängigkeit zu verstärken.Zum Abschluss ein Zitat aus ei8nem Artikel über digitalen Rundfunk:

Radio hören ist ein "nicht Zuhören", dem nichts entgeht!

Gerade dieses Paradoxon erzeugt erzeugt eine große Hörerbindung und höhere Hörertreue .Formatradio muss daher gleichzeitig verlässlich als auch überraschend sein.

Quellen:
Perspektiven des Digitalen Radios,Ulrich Neuwöhner,
Daten aus der angewandten Hörerforschung der ARD,
Einführung zum digitalen Radio ,SWR
Unterlagen zum Fachtutorium STEP 1, Ekkehard Kern

Text und Bild: Franz Wittmann, Mediaverband

 


 
zurück zur Übersicht
 
Online Users: 1
9723 Visits